pferdegestützte Psycho-Traumatherapie

In der Medizin heißt "Trauma" eine Verwundung, durch Unfall oder Gewalt. Das Wort Psychotrauma bedeutet also übersetzt nichts anderes als eine psychische Verwundung. Diese Verwundungen können sehr unterschiedlich sein.

Traumatische Erlebnisse können uns einmalig begegnen oder fortlaufend. Sie können durch eine Naturkatastrophe ausgelöst werden oder durch Menschen und noch schlimmer, durch uns bekannte oder sogar geliebte Menschen. Vernachlässigte oder von Bezugspersonen misshandelte Kinder können fortlaufender Traumatisierung nicht entgehen. Manchmal erleben wir ein Trauma sogar einzig deshalb, weil wir es als Helfer oder gänzlich unbeteiligte Zuschauer miterleben (müssen).

Unser Körper, unser Geist und unsere Seele versuchen solche Erlebnisse zu verarbeiten. Sämtliche "Notfall-Betriebssysteme" laufen dann parallel zueinander und versuchen diese Erfahrung zu verarbeiten und daran zu wachsen. Im Falle eines Traumas gelingt es unseren Systemen leider nicht.

Das Leben jedoch geht weiter und wir müssen trotz der laufenden Notfall-Verarbeitung in unseren einzelnen Systemen den Alltag bewältigen. Wir müssen zur Schule/zur Arbeit, müssen die Kinder versorgen, Einkaufen usw.

Wir Menschen sind unglaublich leistungsfähig und darum gelingt uns das meistens und oft sehr lange (teilweise sogar Jahrzehnte), bevor wir überhaupt merken, dass da irgendetwas nicht mehr so ist wie früher.

Vielleicht stellen wir fest, dass wir seit einigen Jahren schon nicht mehr in den Sportverein gehen, die Freunde weniger geworden sind, wir misstrauisch gegenüber jedem und allen geworden sind, wir uns beim Lachen verstellen und keine oder kaum Freude verspüren. Können kaum noch schlafen oder schlafen nur noch und auch körperliche Beschwerden, für die keine Ursachen gefunden werden, bereiten uns Probleme.

Viele Menschen können diese Beschwerden dem erlebten schrecklichem Geschehen gar nicht mehr zuordnen, denn diese Symptome haben sich nach und nach entwickelt und hey,  es ist doch schon so lange her, die Zeit heilt alle Wunden, oder?

Und was, wenn sie das nicht tut? Wenn diese Notfallprogramme ständig im Hintergrund laufen, während wir unseren Alltag bestreiten? Oder aber wenn diese Programme ständig unbewusst wieder aktiviert werden, wenn wir ähnliche Situationen erleben?

Wenn dem so ist, dann können wir in erster Linie einmal sehr stolz auf uns und unseren Körper sein, denn er ist stark und beschützt uns und funktioniert trotz der immer noch oder immer wieder laufenden Notfallbetriebssysteme.

Jedoch kosten uns diese immer (wieder) laufenden Notfallsysteme Kraft und Energie, verändern  unsere Persönlichkeit,  unser Empfinden und unsere Selbstwahrnehmung , nehmen sogar Einfluss auf  unseren Hormonhaushalt. Deshalb ist es wichtig, diese Notfallprogramme zum Abschluss zu bringen.

Hierfür machen wir uns gemeinsam auf die Suche nach unseren ureigenen Möglichkeiten.

 

Mit Hilfe der Pferde können wir nach Traumatisierung

Trost und Vertrauen und freudvolle Erlebnisse erfahren.

unseren Körper wieder spüren lernen. Bewusste körperliche Aufrichtung beim Führen, bewusste Entspannung beim Anhalten oder langsamen Führen des Pferdes. Allein durch unsere Atmung können wir die Pferde beim Führen verlangsamen oder beschleunigen.

Unsere Selbstwahrnehmung mit der Fremdwirkung in Einklang bringen. Denn Pferde zeigen deutlich und unmittelbar wie wir auf sie wirken und anhand ihrer eindeutigen Reaktion haben wir die Möglichkeit unsere Wahrnehmung mit der Reaktion der Pferde zu vergleichen.

Pferde leben im Hier und Jetzt - immer. Das macht es so beglückend, mit ihnen zu spielen, zu laufen, unbeschwerte Zeit zu genießen und für einen Moment abzuschalten. - Dadurch können bisher unbewusste Fähigkeiten, Stärken (also unsere Ressourcen) aufgedeckt werden.

Wir lernen mit den Pferden und beim Führen und Spielen, dass wir wieder und zu jeder Zeit die Kontrolle haben und lernen gleichzeitig wieder uns zu vertrauen und ein wenig los zu lassen.

Beim Putzen und Versorgen fühlen wir, die Verbindung und Nähe zu diesen schönen Tieren.

Und das Allerwichtigste: Wir dürfen und sollen zu jeder Zeit authentisch sein. Wir dürfen alle Gefühle zulassen. Dürfen Kind  sein, unbefangen und unbeobachtet und wertfrei. Holt uns die Trauer und Verzweiflung ein, dann sind die Pferde unmittelbar als Trostspender bei uns und vermitteln Ruhe, Kraft und Geborgenheit und helfen uns damit, die in uns tobenden Gefühle zu verarbeiten und zur Ruhe zu bringen.

Bei den Pferden dürfen wir alle Persönlichkeitsanteile zulassen, wieder mit ihnen in Kontakt kommen und sie integrieren.

Pferde helfen uns, immer mehr mit uns in Einklang zu kommen. Wir werden authentischer. Dies wirkt sich auch im Alltag und im Umgang mit anderen Menschen aus.

 

Wenn Sie sich für eine Therapie bei mir entscheiden, dann bestimmten Sie Ihr Therapieziel. In einem Erstgespräch sprechen wir ausführlich über Ihre Wünsche. Sie sind die Hauptperson und die Zeit bei den Pferden soll Ihnen schöne, glückliche, freie und berührende Momente schenken.

Pferdeerfahrung ist nicht notwendig und es wird nur in Ausnahmefällen und auf besonderen Wunsch geritten.

 

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