Auf dieser Seite möchte ich Ihnen mit Fotos und kleinen Videosequenzen einen Einblick in meine Arbeitsweise und das Leben der Pferde bei mir ermöglichen. 

Unter den Videos finden Sie Fotos von Kinderreitkursen, Ferienveranstaltungen und Seminaren mit Erwachsenen.

 

So vielen Menschen haben meine Tiere schon helfen dürfen. Ein kleines Lächeln in ein hoffnungsloses Gesicht gezaubert, einen Moment der Kraft und des Geborgenseins in einer tiefen Verzweiflung geschenkt oder aber für herrlich unbeschwerte Momente der Leichtigkeit in belastenden Lebenssituationen gesorgt.

Es ist tief berührend für mich, was diese wunderbaren Wesen in und für uns bewegen.

Deshalb ist es mir ein Herzensanliegen, meinen Tieren ein schönes Leben zu bieten. Dies wünsche ich mir übrigens für alle Tiere, nicht nur für meine Pferde. In meinen Augen reicht ein "artgerechtes" Leben nicht als Grundlage aus. Für meine Tiere wünsche ich mir ein fröhliches Leben in dem sie sich wohl fühlen.

Hierfür benötige ich keine Führanlage, Paddockbox oder eine Reithalle. Wer unser Grundstück kennt, der weiß, dass es für uns Menschen eher wenig bis nichts zu bieten hat. Und für mich dennoch alles bietet; - entspannte Pferde die sich wohl fühlen!

Aber wie können wir das erreichen? In meinem Fall sorge ich dafür, dass die Pferde in einem festen Herdenverband leben. Mein dienstältestes Therapiepferd "Sir Gulliver" lebt nun seit 2011 bei mir. Ferrero ist 2012 bei uns geboren und gemeinsam mit seiner Mutter Toffifee wohnt er ebenfalls bei uns. Auch Mini und Wolke unsere beiden Shettyflauschköpfe sind seit vielen Jahren fest in die Herde integriert.

Der feste Herdenverband, in dem jedes Tier seine(n) Bezugspartner und seinen festen Platz in der Rangordnung hat bietet Sicherheit und Entspannung. Damit meine Tiere sich gut erholen können, werden sie nur sehr vorsichtig eingesetzt, haben Wochenende und Ferien.

Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass meine Pferde in ihrer Freizeit nicht nur abgestellt werden. Sie leben auf einem großen Paddock mit Paddocktrail rund um unsere Wiesen. Wir schaffen Laufwege, in dem die Tränke nur über einen 500m langen Trail erreichbar ist. Im Sommer werden sie 2x am Tag von der Wiese über den Trail auf den Paddock gebracht auf dem sie Stroh knabbern können. D.h. sie haben gesteuerte Grasfutterpausen und Bewegungsanreize.
Für unsere leichtfuttrige Herde genau das, was wichtig für eine gute Gesundheit ist.

Neben den Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken, Erholen, ausreichend Bewegung und der Dazugehörigkeit innerhalb einer stabilen Herde gibt es jedoch noch weitere Elemente, die für mich unabdingbar dazu gehören. Einer davon ist Spaß, Abwechslung und Freude. Ich versuche meinen Pferden in Ihrer Freizeit Erlebnisse zu bieten, die Ihnen Freude bereiten. Wolke liebt es z.B. vor dem Sulky zu laufen. Mini wird gerne gekrault und gekuschelt. Ferrero liebt Freiarbeit und Zirkuslektionen während Toffifee sich über Badeausflüge freut.

Bei uns gibt es auch feste Regeln für den Umgang mit den Tieren. Dazu gehört auch, dass meine Pferde nicht auf der Wiese oder ihrem Paddock "gearbeitet" werden dürfen. Hier ist ihr Erholungsraum, in welchem wir sie gerne besuchen dürfen. Gearbeitet wird jedoch auf dem dafür vorhergesehenem Arbeitsplatz. Im menschlichem Bereich nennt man dies "Psychohygiene" .

Meine Tiere dürfen auch nicht über den Zaun hinweg gestreichelt oder gefüttert werden. Ihr Paddock/Wiese sind Ihr absoluter Ruheraum und von hier aus können sie selbst den größten Trubel beobachten, während sie sich entspannen. Außer in der Therapie dürfen meine Pferde z.B. auch nicht im Gesicht gestreichelt werden, diese intime Zone ist ihr Reich.

Unser Gelände rund um die Wiesen soll ebenfalls einen Schutz bieten. Nicht nur für Patienten und Reitschüler - auch für meine Pferde. Deshalb ist ein Aufenthalt außerhalb der Therapie- bzw. Reitstundenzeit nicht möglich. Denn Pferde sind sehr feinfühlig. Als Fluchttier beobachten sie instinktiv Ihre Umgebung. Somit ist es unabdingbar, dass auch hier eine gewisse Grundruhe herrscht.

Dass meine Pferde nur mit angepasster Ausrüstung laufen, tierärztlich gut versorgt sind halte ich für selbstverständlich.

Nun folgen 3 Punkte, die leider immer wieder belächelt werden, mir aber sehr wichtig sind!

Punkt 1: Ich möchte meine Pferde kennen. Ihren jeweiligen Charakter verstehen und darauf eingehen. Im Gegenzug soll jedes einzelne Pferd mich kennen und ganz genau wissen, was es von mir zu erwarten hat. Es gibt Durchaus ein Training und Grundverhaltensregeln - auch für die Pferde (es darf nicht geschnappt oder gebissen werden z.B.) aber der größte Teil ist ein gemeinsames Miteinander. Respekt für Respekt und Vertrauen gegen Vertrauen.

Bei einigen meiner Pferde hat es Jahre gedauert, bis ich ihr Vertrauen gewonnen habe und sie sich mir gezeigt haben.Das ein oder andere Tier kam als Rettungspferd zu mir und hatte kein Vertrauen mehr in seine Umwelt.

Damit kommen wir gleich zu Punkt 2: Damit mein mein Pferd mir vertraut, muss ich verlässlich sein. Das heißt, dass meine Reaktionen vorhersehbar sein müssen. Was ich nur erreiche, wenn ich mich selbst kontrolliere. Bin ich aufgedreht, ärgerlich, wütend oder traurig? Dann muß ich in der Lage sein, dies zu reflektieren. Natürlich fängt mein Pferd mich immer auf. Aber da es mit dem Patienten, bzw. mit dem Reitschüler, arbeiten soll, muß ich es von dieser Leistung befreien. Seine Energie gehört dem Kunden und ich muß meine Stimmung selbst auffangen. Nur so bin ich Halt und Sicherheit für meine Pferde in den Stunden.

Der letzte Punkt gehört dem Training. Ob Reittraining oder Umgangsformen. Meine Pferde sollen verstehen und mitdenken. Ich wünsche mir, dass wir uns unterhalten können. Dafür müssen sie möglichst frei sein. Wenn meine Pferde angebunden sind, dann an einem Anbindepfosten. So können sie sich bei Bedarf in jede Richtung drehen. Der Strick ist lang genug um in jede Richtung sehen zu können. Und am Anfang tun sie dies auch.

Denn kein Pferd ist gerne angebunden. Aber mit Liebe und Geduld bemerken die Tiere, wie frei sie hier stehen und nutzen diesen Umstand nicht mehr aus, sondern entspannen.
Dies gilt ebenfalls für das Führen. Meine Pferde werden mit so langem Strick geführt, dass sie sich umsehen können. Sie werden nicht gezogen oder gezerrt sondern laufen am lockeren Strick und bleiben auf feine Signale stehen. - Dies ist ein tägliches Training.

Weiter geht es mit der Reitausbildung. Auch hier dürfen meine Pferde erst die notwendige Muskulatur aufbauen und erlernen dann die einzelnen Lektionen. Schritt für Schritt, so dass sie verstehen, was sie tun. Dies macht sie zu tollen Lehrmeistern. Will z.B. eine Reitschüler(in) eine Kurve reiten und dreht sich mit dem Oberkörper nicht mit, so läuft Gulliver seitwärts gerade aus und zeigt somit genau an, was er gerade an Signalen erhält.

Ich liebe meine Pferde und bin dankbar für jeden einzelnen Moment mit Ihnen. Ich habe sie für diese Arbeit bestimmt und fühle mich verpflichtet, ihr Leben mit Freude zu füllen.

 

Nur wer ausreichend Pausen bekommt, kann erholt arbeiten. Lebensfreude und Spaß sind die allerbesten Voraussetzungen für ein entspanntes Arbeiten. Das gilt auch für meine Tiere. Deshalb gehört für mich zwingend dazu, dass die Pferde einen fröhlichen Ausgleich zur Arbeit erhalten.

 

 

Was bleibt uns, wenn wir allen Zwang lösen? Wenn wir darauf vertrauen dürfen, dass wir auf einander aufpassen?

Es bleibt etwas, das unser Herz berührt, denn es ist echt und beruht auf Freiwilligkeit

 

Das "Sichtragenlassen" von den Pferden ist etwas unfassbar Schönes. Dennoch ist es nur der kleinste Teil unseres Zusammenseins.

 

Hier einige Impressionen aus dem freien Spiel mit meinen Pferden. Manchmal alleine mit einem Pferd, manchmal mit mehreren Pferden. Je nachdem, wer Lust hat mitzuspielen oder nur dabei zu sein. Mir geht es bei diesem Miteinander nicht um einstudierte Lektionen sondern um freies Kommunizieren Miteinander und der Freude zusammen Spaß zu haben. Anbieten, Annehmen, Abllehnen, Auffordern - alles ist da und darf sein.

 

Loes Derksen Photography

Loes Derksen Photography

Loes Derksen Photography

Loes Derksen Photography

Loes Derksen Photography

Loes Derksen Photography

Loes Derksen Photography

Loes Derksen Photography

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13.03.2018

Hier ein wunderbares Video über die Kommunikation innerhalb einer gut funktionierenden Herde.

Dieses Video konnte ich heute zufällig aufnehmen. Bereits seit einigen Tagen spielen Max und Ferrero immer wilder miteinander und bringen viel Unruhe in die gesamte Herde. Gulliver (unser Herdenchef) und Toffifee (unsere Leitstute) unterbrechen in diesem Video die beiden jungen Wallache und sorgen so für Ruhe. Max animiert Ferrero immer wieder zu kleinen Kämpfen bei denen Ferrero fröhlich mitmacht.

Was erst einmal recht unkoordiniert aussieht hat dennoch Struktur. Die unbeteiligten Pferde werden aus dem Geschehen herausgeschickt um dann die beiden Wallache voneinander zu trennen. Kleine Erziehungsmaßnahmen durch Gulliver (mit Ferrero in Sek. 30) und Toffifee (und Max in Sek. 45 - Toffifee, als Ranghöhere, beansprucht den Platz von Max). Die beiden Wallache versuchen in 1:08 ihr Spiel fortzusetzen. Bei 1:30 sieht man, wie Toffifee und Gulliver wieder eingreifen. Max weiß sofort Bescheid und läuft weg. Wird aber von Toffifee in den Folgesekunden weiter verfolgt und in die Ecke gedrängt. Ihr Auskeilen in 1:50 ist eine Drohgebärde und für Max schmerzlos. Gulliver "beaufsichtigt" in dieser Zeit Ferrero. Bei 2:07 sieht man, wie Max sich nun endgültig vom Platz verweisen lässt.


 

 

 


Damit unsere Pferde Ihre Arbeit gelassen und zufrieden erledigen können, benötigen Sie eine stabile Herde, ausreichend Futter und viel Platz zum Toben und Spielen oder Entspannen.

 

 

 


06.03.2018

Dieses Video zeigt unseren Neuzugang Grace während einer Einheit zur Therapiepferdausbildung. Grace ist 5 Jahre alt und vor 6 Monaten bei uns eingezogen. Sie hat ein unglaubliches Temperament und ist eine "wilde Nudel" die sich ungerne etwas sagen lässt und immer wieder heftige Temperamentsausbrüche hat. 

Unsere gemeinsame Arbeit beinhaltet verschiedene Aspekte. Am allerwichtigsten ist erst einmal die Freiarbeit. So können wir uns gegenseitig kennenlernen und miteinander spielen. Aus dem Spiel heraus entwickeln sich dann kleine "Lerneinheiten". Grace hat jederzeit die Möglichkeit wieder zu gehen und zu toben. 

Sich ruhig und gelassen an die Aufstiegshilfen zu stellen und zu warten bis der Reiter / Patient aufgestiegen ist, stellt die Grundlage für meine Therapiepferdausbildung da. 

Grace wird gerade erst eingeritten, für sie ist ein Reiter auf dem Rücken noch sehr ungewöhnlich. Dennoch bleibt sie vertrauensvoll und gelassen stehen beim Aufsteigen. - Ein schöner Moment.

 

 




Fotos:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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